Wer in Edingen-Neckarhausen so alles zwitschert und singt:

Der Bergfink – Fringilla montifringilla

von Norbert Pfrang

Jetzt drehe ich noch eine kleine Runde durch den naturnahen Nabu-Garten in Edingen und suche an den dortigen Futterspendern die passenden Nüsse und Sämereien für mich aus. Die Spender sind hier immer gut gefüllt. Damit kann ich mir dann ein gutes Fettpolster zulegen und der lange Flug nach Hause kann beginnen.

 

Doch der Reihe nach – ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt: Mein wissenschaftlicher Name ist Fringilla montifringilla – das klingt sehr kompliziert – deshalb ist meine deutsche Bezeichnung Bergfink viel leichter zu merken und auch auszusprechen. Ich bin ein ca. 15 cm großer Fink und wiege ungefähr 23 Gramm. Mein Kopf und Rücken sind braunschwarz geschuppt, die Unterseite und Schultern sind orangefarben. Wenn wir fliegen, kann man auch ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu unserem Verwandten, dem Buchfinken erkennen – unser weißer Bürzel hebt uns von diesem ab.

 

In Edingen und vielen anderen Gemeinden in Mitteleuropa halte ich mich als Wintergast gerne auf. Ab Oktober bis März und April kann man mich und meine Artgenossen hier sehr gut beobachten. Unsere Heimat liegt eigentlich in den Birken- und Nadelwäldern des hohen Nordens. Im Winter ist die Nahrung der Bucheckern unter der hohen Schneedecke für uns kaum verfügbar und so fliegen wir den langen Weg nach Süden. In manchen Jahren sind Millionen von uns unterwegs und dann bevölkern wir die Buchenwälder und Futterstellen und bilden nachts große Schlafgesellschaften. Unsere Rufe „jäk-jäk“ beim Abfliegen sind dann nicht zu überhören.

 

Jetzt heißt es Abschied nehmen vom schönen Garten und zusammen mit meinem Trupp Artgenossen geht’s nun in den hohen Norden. Schließlich müssen dort bald die Reviere besetzt werden, die Nester gebaut und die Eier gelegt werden. 5-7 Eier wollen dann auch ausgebrütet und die Jungen mit Insekten und Larven versorgt werden.

 

Vielleicht sehen wir uns dann im Herbst wieder? Wir freuen uns jedenfalls sehr auf volle Futterspender im Nabu-Garten.


weitere Portraits folgen :)